Tipps für die Rasenpflege

Wir unterscheiden bei der Rasenpflege in regelmäßige Grundpflegemaßnahmen und zusätzliche Pflegemaßnahmen, wenn es die Gegebenheiten erfordern.

Regelmäßige Grundpflege Ihres Rasens

1. Rasenschnitt

Schneiden Sie Ihren Rasen regelmäßig, mindestens 1 x pro Woche. Die optimale Schnitthöhe liegt bei 4,5 – 5,0 cm, in Schattenlagen bei 6,0 bis 7,0 cm. Das Schnittgut von der Fläche entfernen. Achten Sie auf scharfe Schneidwerkzeuge bei Ihrem Rasenmäher!
„Drittelregel“ beachten: Maximal ein Drittel der Gesamtlänge der Halmlänge der Gräser abschneiden.
Bei Hitze- und Trockenperioden einen Rasenschnitt aussetzen bzw. die Schnitthöhe um 1 cm anheben. Die Gräser kommen dann besser über diese Witterungsperiode. Ihr Rasen erhält erst durch einen häufigen Schnitt eine schöne und dichte Narbe.

2. Bewässerung

Wässern Sie die Rasenfläche bei Trockenheit mit etwa 10 – 15 Liter Wasser/m² (je Gabe) den Rasen tiefgründig. Der Wasserbedarf nimmt mit steigenden Temperaturen zu und ist abhängig von der Bodenart (Wasserspeichervermögen).
Vermeiden Sie eine tägliche Bewässerung, dies führt zu einer geringen Wurzelbildung und der Förderung von Rasenpilzkrankheiten.

Richtige Bewässerung: Im Sommer etwa 2 x pro Woche, im Frühjahr und Herbst etwa 1 x pro Woche wässern, wenn die natürlichen Niederschläge nicht ausreichen.

3. Nährstoffbedarf — Düngung

Durch den regelmäßigen Rasenschnitt und eine hohe Strapazierbelastung werden Pflanzennährstoffe verbraucht. Um den Rasen in seinem vitalen Zustand zu halten, müssen die Nährstoffe durch Düngung wieder zugeführt werden.
Werden entzogene Nährstoffe nicht über Düngung ersetzt, magert der Boden ab, der Rasen wird hell und die Gräserpflanzen dünnen aus. Die Rasenpflanzen werden schwach, verlieren an Widerstandskraft gegenüber Stress wie Hitze, Trockenheit, Kälte, Trittbelastung und Krankheitserregern.

Verwenden Sie Rasenlangzeitdünger. Die ausgewogene Nährstoffzusammensetzung und kontrollierte Nährstoffabgabe über einen längeren Zeitraum erleichtern Ihnen die Anwendung.

Wir unterscheiden drei Düngerarten:
• Mineralische Dünger mit Langzeitwirkung (durch verschiedene Stickstoffbindungsformen)
• Organisch-mineralische Dünger
• Organische Dünger (100 % organisch gebundene Nährstoffe)

Düngen Sie Ihrem Rasen mit mineralischem Langzeitdünger zu drei Terminen jährlich:

Mit Vegetationsbeginn Mitte März bis Anfang April, die Frühjahrsdüngung:  40 g/m² Rasen-Langzeitdünger (N-P-K-Mg) 20+5+8+2

Die Sommerdüngung erfolgt etwa Mitte bis Ende Juni, wenn die Nährstoffe der ersten Düngung aufgebraucht sind: 40 g/m² Rasen-Langzeitdünger (N-P-K-Mg) 20+5+8+2

In den Monaten September/ Oktober erfolgt die Herbstdüngung: Verwenden Sie zu diesem Termin einen kalibetonten Dünger: 40 g/m² Herbstdünger (N-P-K) 6+5+12+3Fe

Zwei Tage vor dem Düngen sollte der Rasen gemäht werden, um Verätzungen der Blattspreiten zu vermeiden. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung des Düngers. Am besten verwenden Sie Düngerwagen (Schleudertellerstreuer oder Kastenstreuer) verwenden, um Verbrennungen durch Überdüngung zu vermeiden.

  • Nicht auf taunassen Flächen düngen (Verätzungsgefahr), Rasen abtrocknen lassen.
  • Nicht in Hitze- und Trockenperioden düngen (unnötiger Stress).
  • Nach dem Düngen sollten kurzfristig Niederschläge folgen oder es muss bewässert werden, mit mindestens 3 – 5 Liter/m²

 

Zusätzliche Pflegemaßnahmen für Rasenflächen

1. Vertikutieren

Abgestorbene Rasenbestandteile und Moos bilden im Rasen eine Filzschicht. Diese behindert das Gräserwachstum und den Gasaustausch im Boden. Mit einem Vertikutierer wird durch scharfe Schlitzmesser der Rasen gelüftet, die Filzschicht herausgeschnitten. Gräser mit Ausläuferbildung werden im Seitentriebwachstum gefördert. Vertikutieren Sie während der Vegetationsperiode, von April bis September. Nach dem Arbeitsgang das Schnittgut unbedingt von der Fläche entfernen. Nachsaat und Düngung des Rasens im Anschluss nicht vergessen!

2. Nachsaat

Durch starke Strapazierbelastung, Vertikutiermaßnahmen und Nährstoffmangel werden Nachsaaten der Rasenfläche notwendig, um eine dichte Narbe wieder herzustellen.
Den Rasen auf 4 cm Höhe kurz schneiden, die Kahlstellen mit einem Eisenrechen aufrauen, Rasensaatgut einsäen. Wenn möglich, die Nachsaatflächen mit einer dünnen Erdschicht (ca. 1 cm) abdecken und gründlich andrücken oder anwalzen. In den nächsten vier Wochen die Reparaturflächen gleichmäßig feucht halten, um eine sichere Keimung zu gewährleisten.

3. Aerifizieren

Als Aerifizieren bezeichnet man das Einstechen von 5 bis 15 cm tiefen Löchern in die Rasentragschicht. Diese Pflegemaßnahme wird gegen Verdichtung, Verfilzung und mangelnde Belüftung des Bodens durch intensive Nutzung (Fußballspielen, Trittbelastung um Spielgeräte) durchgeführt. Sinnvoll ist der Einsatz so genannter „Hohlspoons“, die entstehenden Rasenstöpsel werden ausgestochen und auf dem Rasen abgelegt. Bei leichten Böden diese danach antrocknen lassen und in die Rasennarbe wieder einkehren, bei bindigem Boden die Stöpsel entfernen, Sand aufbringen und in die Rasenfläche einkehren.

4. Sanden

Bei sehr stark belasteten und verdichteten Rasenflächen, sowie auf Böden mit hohem Feinerdeanteil, ist das Besanden eine begleitende Maßnahme. Bodenunebenheiten können ausgeglichen werden.
Der Sand erhöht das Porenvolumen und sorgt damit für ein erhöhtes Umsetzungsvermögen. In gut durchlüfteten und biologisch aktiven Substanzen kann sich kaum Filz bilden. Für das Besanden sind etwa 3 – 5 Liter Sand/ m² (5 – 9 kg/m²) notwendig.
Den Sand mit einer Schaufel in kleinen Mengen gleichmäßig verteilen, mit einem Borstenbesen in die Rasennarbe einkehren. Wenn notwendig, vor diesem Arbeitsgang Nachsaat und Düngung der Rasenfläche durchführen.